Depot

Title of ArtworkDepot
Year of Origin2010 - 2013
Artist
Dimensions
    variabel
Material/Technique
    Verschiedene Materialien aus dem Lager der Städtischen Galerie Nordhorn, dem Künstlerhaus Bethanien und dem Kunstmuseum Mülheim
Collaboration/Shared Production/Researchn/a
Owner
    Christine Schulze
Medium/Type of Artwork
Light Source
Light-Optical Factors
Perceptionn/a

Christine Schulz lebt und arbeitet abwechselnd in Berlin und Garbolzum, einer ländlichen Ortschaft bei Hildesheim. Tourismus, Verkehr und Migration sind die Themen ihrer komplexen Medieninstallationen aus Projektionen und Sound. Unter dem Titel "Depot" hat Schulz eine begehbare Installation aus Material zusammengestellt, das sie im Lager der Städtischen Galerie Nordhorn gefunden hat. Wandstücke, Regalteile und Kunststoffrollen wurden in den vergangenen Jahren bereits für andere Ausstellungen verwendet und haben dadurch auch einen Erinnerungswert. In der Installation dienen sie als Projektionsflächen für Bilder, die sie aus unterschiedlichsten Quellen generiert hat: Filmausschnitte aus Fellinis "Roma" werden neben Bildern von den 81 Metropolregionen und Millionenstädten der Welt projiziert, die Wuppertaler Schwebebahn - ehemals ein Wahrzeichen für Modernität, Mobilität und grenzenlose Möglichkeiten - inzwischen spröde und rostig, dahinter ein Dia vom Anhalterbahnhof in Berlin - Motiv aus dem bekannten Film von Wim Wenders "Der Himmel über Berlin"- neben einem Video, in dem New Yorker Architektur gezeigt wird, unterlegt mit Filmmusik, die wir aus Krimiklassikern kennen. Dann eine Art Boxenstop mit der gigantischen Motorsport-Rennstrecke von Bahrain neben dem Kaufhaus des Westens und einem Foto von der EXPO 2000 in Hannover. Dieser Fülle von rhythmisch wechselnden Bildern von der großen weiten Welt, steht ein zeitgeraffter Film eines Mondaufgangs auf dem Lande gegenüber: Blühende Kastanien, vor einem beleuchteten Fenster, Dämmerung und Mondschein - Romantik Pur - doch plötzlich ein ICE, der durch das Bild brettert und dröhnende Geräusche macht. Randlagen gäbe es nicht ohne Zentren - das Klischee von der Provinz speist sich auch aus vermittelten Bildern von der Metropole. In diesem komplexen "Depot" von simultanen Vorstellungen und Erinnerungen, muss der Betrachter seine räumlichen Orientierungspunkte und sein Bild von der Wirklichkeit dieser Welt selbst finden. Veronika Olbrich

http://www.christineschulz.net/48.0.html?&L=1%2F (21. 04. 2019)

Concept/Themes
Special features artworkn/a